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Lösungsansätze

Die Städte und Gemeinden beklagen seit langem eine prekäre und sich ständig verschlechternde Haushaltssituation. Ein Ende dieses negativen Trends ist nicht absehbar: im Gegenteil ist mit weiteren finanziellen Einschnitten zu rechnen. Die Misere ist nicht lediglich vorübergehende Folge konjunktureller Probleme, sondern die Auswirkung struktureller Veränderungen, die auch in Zukunft die Kommunen treffen werden.

Die Kommunen sind daher mehr denn je gefordert, bei sinkenden Einnahmen und gleichzeitig steigenden Ausgaben alle kommunalen Bereiche grundlegend zu überdenken und dafür Einsparvorschläge zu entwickeln. Insbesondere im Bereich der freiwilligen Leistungen der Kommunen werden auch weiterhin wohl abgewogene, aber dennoch deutliche finanzielle Einschränkungen notwendig sein.

Angesichts des Haushaltsvolumens und des Zuschussbedarfs, der von Städten und Gemeinden für den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung von Bädern zur Verfügung gestellt wird, kann auch der Bädersektor nicht von Konsolidierungsmaßnahmen ausgeschlossen werden. Dabei ist bereits berücksichtigt, dass die Kommunen in der Vergangenheit zahlreiche Optimierungsmaßnahmen zur Effektivierung der Bädernutzung getroffen haben und weitere Einsparpotentiale nur schwer zu erreichen sind.

Auf der anderen Seite führt eine allein auf Schließung von Bädern ausgerichtete Konsolidierungsstrategie oft nicht weiter, weil sie die Möglichkeiten einer an die heutige Finanzsituation angepassten, optimierten Bäderplanung mit einer möglichen Schließung von Standorten, dem Neubau eines Bades bei gleichzeitiger Aufgabe von Standorten und die Einbeziehung von Vereinen und Dritten in die Trägerschaft von Bädern nicht nutzt. Ziel der Badbetreiber sollte deshalb sein, mit einer langfristig angelegten, ggfl. auch interkommunalen Bäderleitplanung unter Beteiligung der Nutzer den aktualisierten Bestand der öffentlichen Bäder unter Berücksichtigung der kommunalen Sparzwänge zu sichern.

Öffentliche Bäder fördern als wichtige Infrastruktureinrichtungen die Erfüllung gesellschaftspolitischer Aufgaben; sie stellen einen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität einer Kommune dar, indem sie sportlichen, schulischen und Gesundheits- und Freizeitaspekten dienen und die angesichts steigender Ertrinkungszahlen verstärkt notwendige Schwimmausbildung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen.

Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass die Besucherzahlen in öffentlichen Bädern teilweise stagnieren oder rückläufig sind. Die Ursachen dafür sind vielfältig und sowohl angebots- als auch nachfragebedingt. Ein wichtiger Trend ist dabei, dass Schwimmen zwar nach wie vor eine der beliebtesten Sportarten für Kinder und Jugendliche ist, andererseits entwickelt sich aber auch ein Trend hin zu „jungen, modernen“ Sportarten, die als attraktive Freizeitsportarten in Konkurrenz zu den öffentlichen Bädern treten.

Diese Tendenzen der Bädernutzung sollten in die Bäderleitplanung der Zukunft aufgenommen werden, indem öffentlichen Bädern eindeutige, nutzerorientierte Funktionen zugewiesen werden, z.B. als Freizeitbad, Sportbad oder Schul- und Vereinsbad.

Die vorliegende Broschüre wurde von einer Arbeitsgruppe aus beteiligten Verbänden und Institutionen auf nordrhein-westfälischer Ebene erarbeitet. Sie hat diese Schrift aber so angelegt, dass sie auch bundesweit Anregungen und Hilfestellungen geben kann. In ihr sollen die wesentlichen Eckpunkte zur Neustrukturierung des Bäderangebots in einer der Finanzlage der Kommunen angemessenen und der gesellschaftlichen Bedeutung der öffentlichen Bäder entsprechenden Weise dargestellt werden. Wir hoffen, Badbetreibern und Badnutzern damit eine praktische Arbeitshilfe an die Hand geben zu können, die unsere Bäderlandschaft an die veränderte finanzielle Situation der öffentlichen Haushalte anpasst, andererseits aber zugleich Wege zur langfristigen Bestandssicherung einer veränderten und zukunftsorientierten Bäderlandschaft aufzeigt.

Mehr erfahren Sie in der Broschüre Wege zur Bestandssicherung kommunaler Hallen- und Freibäder.

 
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